[Rezension] ”Feuchtgebiete” – Charlotte Roche

20130723_181705Der Ekel setzt schon in den ersten Seiten ein und ich war echt geschockt, dass man überhaupt zu solchen Ideen kommt, so was zu schreiben. Aber der Schreibstil hat einen quasi angezogen und man wollte trotzdem weiterlesen.

Ich bin eine Person, die sich nicht wirklich vor etwas ekelt (Ich gucke mir ja auch bei Youtube eine Operation an der Aortenklappe an!), aber bei manchen Stellen habe ich echt Gänsehaut bekommen. Mich interessiert doch gar nicht, was sie mit der Grillzange ihres Vaters macht oder mit einer Freundin die benutzten Tampons austauscht. Also echt! Das waren meiner Meinung nach zu viel Details.

Verlag: Ullstein

Originaltitel: Feuchtgebiete

Erscheinungsdatum: 1. Juli 2009

Seiten: 220

Preis: 9,90 €

Das ist natürlich ein weiterer Nachteil meiner selbstgebastelten Tamopns: Das helltürkisfarbene Schnürchen zum Rausziehen fehlt. Meine Finger sind eher kurz, und wenn ich in meiner Muschi was suche, komme ich nicht sehr weit. Wenn ich in dieser Situation in Papas Haus war, musste ich ein paar Mal Papas schicke Holzgrillzange zum Suchen benutzen.
Da waren oft noch Reste von angekokelten Fleisch und Fett dran. Ich wollte mir nicht die Blöße geben, die Zange zu putzen, bevor sie in mich reingeht. Also habe ich mich in Brökerstellung hingelegt und so gut ich konnte versucht, den Klopapierklumpen in meiner Musch ausfindig zu machen.
Mit allen Grillresten dran. Und oft nichts gefunden. Genauso wie ich die Grillzange nicht reinige, bevor ich sie in mich reinstecke, mache ich sie auch nicht sauber, wenn sie nach meinem gynäkologischen Eingriff zurück zu Papas Grilltisch wandert.

Seite 111/112

Inhalt:
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Dort widmet sie sich jenen Bereichen ihres Körpers, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten.

Meinung:
Der Schreibtstil von Charlotte Roche hat mir gut gefallen. Sie schreibt sehr flüssig und kurz angebunden, dass man keine Probleme mit dem lesen hatte und ziemlich schnell voran gekommen ist.
Wie nicht anders zu erwarten, ist das Buch an manchen Stellen ziemlich vulgär.
Das Buch ist komplett aus der Sicht von Helen geschrieben.

Was ich von Helen halten soll, weiß ich auch nach Beendigung dieses Buches nicht so genau.
Man lernt sie während des Lesens ganz gut kennen.
Sie hat eine Art an sich, die einen total abstößt. Zum Beispiel ihre offene Art bei einigen Dingen. Dazu gehört, dass sie alles an ihrem Körper erforscht und dazu gehört wiederum, dass sie ihre Körperausscheidungen, Schorf von heilenden Wunden, Eiter, ihren eigenen Muschischleim oder Schlafsand aus den Augen isst.
Sie hat nicht nur Sex mit Männern, sondern geht auch in den Puff, um mit Frauen zu schlafen. Nicht aus lesbischen Neigungen, sondern nur um den weiblichen Körper zu erforschen, den sie sehr interessant findet!
Nichts desto trotz hat auch sie familiäre Probleme, die sie wahrscheinlich auch ein bisschen so geformt haben, wie sie jetzt ist.

Der nette Krankenpfleger von Helen war mir sehr sympathisch. Er tut alles für Helen und will die Krankenhauszeit von ihr so schön wie möglich gestalten.

”Feuchtgebiete”, wer kennt dieses Buch nicht? Es gab so viel Wirbel um dieses Buch und irgendwann habe ich mir vorgenommen, dieses Buch einmal zu lesen.
Dann endlich hatte ich irgendwie das Bedürfnis, es zu kaufen und zack, habe ich es gelesen.

Der Ekel setzt schon in den ersten Seiten ein und ich war echt geschockt, dass man überhaupt zu solchen Ideen kommt, so was zu schreiben. Aber der Schreibstil hat einen quasi angezogen und man wollte trotzdem weiterlesen.

Ich bin eine Person, die sich nicht wirklich vor etwas ekelt (Ich gucke mir ja auch bei Youtube eine Operation an der Aortenklappe an!), aber bei manchen Stellen habe ich echt Gänsehaut bekommen. Mich interessiert doch gar nicht, was sie mit der Grillzange ihres Vaters macht oder mit einer Freundin die benutzten Tampons austauscht. Also echt! Das waren meiner Meinung nach zu viel Details.

Ich war von der süßen, kleinen und doch oberflächlichen Liebesgeschichte zwischen Helen und Robin sehr positiv überrascht.

Das Ende ist sehr offen. Gerne hätte ich gewusst, wie es mit Helen und ihrer Familie weitergeht. Aber ehrlich? Eine Fortsetzung brauche ich nun wirklich nicht!

Fazit:
”Feuchtgebiete” von Charlotte Roche ist ein Buch was jeder mal gelesen haben sollte. Es ist super eklig und provokativ und doch will man es nicht aus der Hand legen. Man will einfach wissen, wie es mit Helen und ihrer Familie weitergeht. Und ja, man will sogar wissen, was sie noch alles ekliges tut.
Es wird wohl immer das ekligste Buch sein, was ich je gelesen habe, aber dennoch wird es nicht das Schlechteste sein.

 

3_buecherlies

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